iudica-vergleichBei unserer Schlichtungsarbeit legen wir den Schwerpunkt auf einen Vergleich nicht auf Mediation.

Wir halten das für den zielführendsten Ansatz.

Das Mediationsverfahren sucht den Ausgleich der Interessen der Beteiligten. Das Vergleichsverfahren überprüft hingegen, ob ein Beteiligter einen Anspruch hat und ob dieser durchsetzbar ist.

In den meisten Fällen decken sich die Ansprüche und die dahinterstehenden Interessen weitgehend.

Was ist der Unterschied zwischen Interessen und Ansprüchen?

Ein (Rechts-)Anspruch ist Recht eines Einzelnen, von einem anderen ein Tun, etwa die Zahlung des Kaufpreises, die Herausgabe einer Sache, oder ein Unterlassen, beispielsweise nächtliche Ruhestörung, zu verlangen.

Definiert ist der Rechtsanspruch in § 194 Abs. 1 BGB:

Derjenige, der das Tun oder Unterlassen einfordern kann, wird als Gläubiger oder Anspruchsinhaber bezeichnet, derjenige, der es zu erbringen hat, als Schuldner oder Anspruchsgegner.

Nicht für jedes subjektive Fehlverhalten oder jedes subjektives Begehren gewährt die Rechtsordnung einen Anspruch. Hierbei nimmt die Rechtsordnung eine wichtige Funktion wahr: Sie selektiert persönliche Befindlichkeiten aus. Es ist normal, dass man es im sozialen Miteinander nicht jedem Recht machen kann. Und es wäre untragbar, wenn man sich jedes Mal mit jedem auseinandersetzen müsste, egal wie krude dessen Vorstellungen sind.

Die Mediation hat ihren Fokus hingegen auf den Interessen der Beteiligten. Interessen sind in diesem Zusammenhang die wirklichen Beweggründe und Wünsche der Beteiligten unabhängig davon, ob sie einen Anspruch in der Rechtsordnung darstellen.

Eine Mediation ist immer dann erfolgreich, wenn für eine Partei subjektiv die Erfüllung der Interessen der anderen Partei weniger belastend ist, als die Erfüllung etwaiger gesetzlicher Ansprüche oder das Erfüllen der eigenen Interessen vorteilhafter ist als das Erfüllen des eigenen Anspruches.

Da es bei der Mediation im Gegensatz zu einem anspruchsbasierten Verfahren kein Sicherheitsnetz der normierten Ansprüche gibt, ist es schnell möglich, dass eine unerfahrene Partei unerkannt benachteiligt wird.

Der Mediator ist hier je nach seinem Verständnis verhindert, aktiv seine Mediatorenrolle zu verlassen. Es gibt durchaus Mediatoren, welche aktiv Vorschläge machen. Doch dies ist jedoch selbst unter Mediatoren umstritten und vor allem nähert sich die Mediation wieder einem Vergleich an.

Wann ist Mediation besser, wann bringt ein Vergleich Vorteile?

Grundsätzlich hat die Mediation Ihre Vorteile bei sehr komplexen und sehr langfristigen (Geschäfts-) Beziehungen (insbesondere Ehe oder Nachbarschaft). Die Mediation schafft es hier eher die Gesamtheit abzubilden und eine umfassendere und individuelle Lösung zu bieten.

Ein Vergleich fokussiert sich auf die Ansprüche und damit auf eine mehr oder weniger punktuelle Lösung. Dieser Lösungsansatz ist daher von seinem Ansatz her schneller und objektiver.

Er sollte daher gewählt werden, wenn die (Geschäfts-) Beziehung weniger komplex ist und man eine schnelle und vor allem objektivere Lösung bevorzugt.

Iudica wurde primär für E-Commerce geschaffen.

Erwartungsgemäß sind hier die Geschäftsbeziehungen im E-Commerce weniger komplex, aber mit einem Bedürfnis für eine schnelle und objektive Lösung.

Aus diesem Grund macht Iudica Vergleiche.