Hallo, wir sind Iudica – die Online- Schlichtungstelle für den E-commerce

Wir von Iudica sehen uns weniger als Juristen, wir wollen Ingenieur des Rechts sein. Was für den Programmierer sein C, PHP oder JAVA ist, sind für uns die §§.

Wir sind Ingenieure des Rechts.

Wir konzipieren aus dem mittlerweile mehr als 130 Jahre alten „Framework“, welches sich Zivilprozessordnung nennt, zeitgemäße Lösungen, damit Sie in Ihren Rechtsangelegenheiten nicht länger auf die Errungenschaften des Internetzeitalter warten müssen.

Mehr über Iudica…

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Der Name „Iudica.me“ ist dem Lateinischen entlehnt. Er bedeutet übersetzt „Richte mich!“ oder „Urteile über meinen Fall!“ (iudicare = richten, urteilen). „Iudica me!“ ist somit eine prägnante Zusammenfassung für das Hauptanliegen unserer Benutzer.

Wir haben diesen lateinischen Begriff aus einem bestimmten Grund gewählt. Wir möchten nicht nur an die Tradition unseres Zivilrechtes anknüpfen, sondern unterstreichen schon bei der Namensgebung unsere Neutralität.

Schon die Namenswahl soll deutlich machen, dass wir keine Partei, Ethnie oder Sprachgruppe nahe stehen oder gar unzulässig bevorzugen.

Iudica selbst sieht sich als kleine Schwester von „Justizia„, der Personifizierung der Gerechtigkeit. Denn wir wissen, dass wir damit das staatliche Rechtssystem nicht ersetzen können und wollen dies auch nicht. Aber mit Iudica möchten wir durch ihre virtualisierte und kostengünstige Ergänzung des bestehenden Rechtssystems möglichst vielen Menschen den effektiven Zugang zur Gerechtigkeit ermöglichen, soweit er bisher nur schwer erreichbar oder gar verschlossen war.

Wie es losging

Begonnen hat die Geschichte von Iudica 2006 auf dem Business Campus der FH RheinSieg. Die Fachhochschule stellt Startups und Projekten kostengünstig Büroräume und Infrastruktur zur Verfügung.

fh sankt augustin

(Stefan Knauf, gemeinfrei)

Den Anstoß zu Iudica war der Unmut eines der Gründer. Für Ihn war es einfach ein Unding, dass man im Internetalter um so Sachen wie Papierausdrucken nicht herumkam. Das schwerfälliges und langwierige Prozesswesen der staatlichen Gerichte konnte mit der Geschwindigkeit des E-commerce nicht wirklich mithalten. Es war umständlich und kostenintensiv. Da dieser Gründer selbst die Verfahren vor einem staatlichen Gericht nicht ändern konnte, kam ihm das erste Mal die Idee, ein alternatives „Gericht“ zu entwickeln.

Nun ist der Zugang zu einem staatlichen Gericht ein sehr wichtiges Gut. Er ist über das Rechtsstaatsprinzip verfassungsrechtlich geschützt. Denn, wenn jemand der Zugang zu einem fairen Gericht verwehrt wird, wird dieser faktisch rechtslos gestellt. Daher sieht die Zivilprozessordnung sehr hohe Hürden vor, insbesondere um Verbraucher zu schützen. Diese Hürden stellten eine ziemliche Herausforderung dar. So verlangt die ZPO die Schriftformerfordernis der Schiedsabrede. Mit anderen Worten: Wenn man wirksam vereinbaren will, dass nicht ein staatliches, sondern ein privates Gericht zukünftig über einen Rechtstreit entscheiden soll, so muss man dies vorab auf einem schriftlichen Vertrag erklären. Gerade diese Schriftlichkeit passt leider nicht zu dem elektronischen Markt. Das meiste wird online abgewickelt. Mit der Einbindung einer Schiedsabrede hätte man wieder einen Medienbruch produziert.

Daher bedurfte es langer Entwicklungsarbeit, eine Schiedsabrede online zu implementieren. Hierbei war sicherzustellen, dass der Nutzer adequat über eine Schiedsabrede aufgeklärt und über die Konsequenzen seines Tuns gewarnt wird. Ebenfalls musste auch eine Möglichkeit gegeben werden, die Abrede rechtskonform aber dennoch komfortabel einzubinden, um so auf den „Papierkram“ zu verzichten.

Ab 2009 begannen wir, das Konzept technisch umzusetzen. Bei der Umsetzung erwarteten uns wieder andere Herausforderungen. Uns war die Verwendung von open source immer sehr wichtig. Darüber hinaus war es schwierig, die verschiedenen Anforderungen des Projekts an die Software-Plattform unter einen Hut zu bringen. Als sich hier erste Erfolge abzeichneten, begannen wir Mitte 2014 mit dem Konzept „Schlichtungsstelle“.

Das Konzept „Schlichtungsstelle“ ist eine einfachgehaltene Primärlösung, in sogenanntes MVP (Minimum Viable Product). Wir möchten vorab das Geschäftsmodell von Iudica testen und das Nutzerfeedback zur Weiterentwicklung nutzen.

Nach 9-monatiger Entwicklungszeit konnte dieser Prototyp erstmals für den Beta-Betrieb freigegeben werden.